Klimablockade durch die Öl-Lobby – eine Studie deckt alles auf

Montag, 7. September 2026

Avenergy Suisse (vor 2019 bekannt unter dem Namen Erdöl-Vereinigung) ist der wichtigste Branchenverband der Erdölimporteure in der Schweiz. Seit über 30 Jahren setzt er Strategien zur öffentlichen Meinungsbeeinflussung ein, um Klimaschutzmassnahmen zu verzögern.

Eine Forschungsarbeit, die aus einer Masterarbeit der Universität Genf hervorgegangen ist und im Frühjahr 2026 in der wissenschaftlichen Zeitschrift «Climatic Change» veröffentlicht wurde, beleuchtet die erheblichen Mittel, die die Erdölbranche einsetzt, um die ökologische Dringlichkeit herunterzuspielen und die Bürger:innen davon zu überzeugen, dass fossile Energien nach wie vor unverzichtbar sind.

Durch die sorgfältige Auswertung von fast 150 offiziellen Dokumenten und um die zehn Webseiten zeigen die Autor:innen auf, wie Avenergy tagtäglich daran arbeitet, die Abhängigkeit des Landes vom Erdöl aufrechtzuerhalten.

Die Studie enthüllt, dass Avenergy versucht hat, demokratische Entscheidungen im Klimabereich zu bremsen, zu beeinflussen und zu schwächen. Zu diesem Zweck kombinierte der Verein Lobbyarbeit, die Finanzierung politischer Kampagnen (Wahlen und Abstimmungen) und gezielte Werbung in sozialen Netzwerken, beispielsweise für erneuerbare Treibstoffe. Er pflegte zudem enge Beziehungen zum politischen und gesetzgebenden Milieu, insbesondere zur SVP über Albert Rösti, der damals Präsident von Auto Schweiz und Swissoil sowie Nationalrat war.

Der Verein Avenergy Suisse hat sich sogar in das Schweizer Bildungssystem eingeschlichen, indem er Schulbücher und pädagogische Lehrpfade gesponsert hat, um bei jungen Schüler:innen eine positive und nachhaltige Sichtweise auf fossile Energien zu verbreiten – eine Praxis, die als «Petro-Pädagogik» bezeichnet wird.

Zusammenfassend zeigt die Studie, dass die Strategien von Avenergy zur Behinderung des Klimaschutzes – umgesetzt im Herzen eines Landes auf das rund 35% des weltweiten Rohölhandels entfallen – auf politischer Manipulation, Greenwashing und trügerischem technologischem Optimismus beruhen.

Indem er die Angst vor Energieunsicherheit schürte und dazu aufrief, umweltfreundliche Entscheidungen aufzuschieben, gelang es Avenergy Suisse eine unwiederbringliche Verzögerung bei der Energie- und Ökowende herbeizuführen.

Quelle : https://www.unige.ch/gedt/accueil/actualites-2026/les-strategies-dobstruction-davenergy-suisse/

 

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