Apokalyptische Poesie – unser Ausflug zum Lac des Brenets

Mittwoch, 30. September 2026

Ausgetrockneter Lac des Brenets im September 2026 Ausgetrockneter Lac des Brenets im September 2026

Am Donnerstag, dem 3. September, machten wir uns auf den Weg zum Lac des Brenets im Tal des Doubs, an der Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich. Wie ein grosser Teil des Doubs in Frankreich war auch der See durch die Trockenheit und die extreme Hitze dieses Sommers (fast) vollständig ausgetrocknet.

Bei unserer Ankunft empfing uns eine surreale Stille: Die Boote und Schiffe lagen in einem See, der nicht mehr aus Wasser, sondern aus Gras und Blumen bestand. Da kaum Menschen zu sehen waren, hatten wir den Eindruck, uns in einer postapokalyptischen Kulisse zu befinden, auf der Suche nach den wenigen Überlebenden einer Klimakatastrophe.

Zwischen den Booten, auf dem noch leicht schlammigen Grund des Sees fanden wir Spuren einer Zivilisation, die kein Gleichgewicht mit der Natur gefunden hatte, die sie beherbergte: Flaschen, ein Einkaufswagenchip, Teile einer Waschmaschine.

Während wir sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft blickten, begannen wir, in der Stille neue Geräusche wahrzunehmen: das Summen von Tausenden von Bienen, den Gesang seltener Vögel, das Rauschen des Windes, der auf den See aus Gras Wellen bildete. Wir ertappten uns dabei, wie wir die Schönheit eines Ökosystems bewunderten, das eigentlich gar nicht hätte existieren dürfen – und doch war es da. Die Natur hatte einen Weg gefunden, sich den Lac des Brenets zurückzuerobern, schneller, als es dem Menschen gelungen war, einen Weg zu finden, ihn auszubeuten. Mit Poesie in den Augen und einem schweren Herzen machten wir uns auf den Rückweg, zerrissen zwischen Wut über das Leben, das zu Ende geht, und Bewunderung für die Kraft des Lebens, das zurückkehrt.

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Dieser Bericht und die Fotos entstanden im Rahmen des Projekts «Natural Disruption», das Kunst, Aktivismus und Wissenschaft miteinander verbinden will, um die Folgen der Klimakatastrophe in der Schweiz sichtbar zu machen.

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Text: Emanuele
Bilder: Cécile
Teilnehmende Capucine, Emanuele, Flora, Lua und Prune

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