Keine 50-Grad Sommer! - Ein Tag auf der Strasse – Tag für Tag an die Arbeit

Mittwoch, 30. September 2026

Rund 12'000 Menschen demonstrierten am Samstag, dem 19. September 2026, in Lausanne gemeinsam mit der Koalition «Keine 50°-Sommer» Rund 12'000 Menschen demonstrierten am Samstag, dem 19. September 2026, in Lausanne gemeinsam mit der Koalition «Keine 50°-Sommer»

Nach einem Sommer, der die Folgen der Klimaerwärmung auf dramatische Weise verdeutlicht hat, waren wir am 19., 20. und 25. September gemeinsam mit der Koalition «Keine 50-Grad Sommer» auf den Strassen der grössten Städte der Schweiz. Ohne rasche Massnahmen zur Eindämmung (einfach ausgedrückt: Ausstieg aus fossilen Energien) und Anpassung sind Sommer mit 50 °C bis 2050 möglich, ja wahrscheinlich.

Genau wie nahezu 200 weitere Organisationen in der West- und Deutschschweiz haben wir demonstriert und sofortige Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung, insbesondere der am stärksten gefährdeten Menschen, gefordert.

Das Manifest «Keine 50-Grad Sommer» fordert die Einführung eines Notfallplans zur Reduzierung der CO₂-Emissionen sowie die Anpassung unserer Regionen, Lebens- und Arbeitsräume und öffentlichen Dienstleistungen an ein Klima, das sich bereits verändert hat.

Denn vergessen wir nicht: Lösungen gibt es. Was fehlt, ist der politische Wille, der durch die wirtschaftlichen Interessen von Lobbygruppen und Grossunternehmen sowie durch die klimafeindliche Ideologie eines Teils des politischen Spektrums blockiert wird – bekanntermassen vertreten durch Umweltminister Albert Rösti, der laut einer Untersuchung die Verwendung von Begriffen mit Bezug zur Klimaerwärmung in seiner Departement verboten haben soll.

Zu den Forderungen der Koalition «Keine 50-Grad Sommer» gehören (unter anderem) die thermische Sanierung von Gebäuden (ebenfalls eine Forderung unserer Kampagne «Renovate Switzerland» von 2022 bis 2024), Hitzeschutz für Arbeitnehmer:innen, Zugang zu kühlen und schattigen Plätzen, nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung, Ausbau einer fossilfreien Mobilität, Schutz der Biodiversität sowie ein Beitrag zur Energiewende und zur Anpassung der Länder des Globalen Südens.

Ein Tag auf der Strasse – Tag für Tag an die Arbeit

Demonstrationen, wie sie im Rahmen der Koalition «Keine 50-Grad Sommer» organisiert werden, sind wichtig und notwendig. Sie tragen dazu bei, die Öffentlichkeit für entscheidende gesellschaftliche Themen zu sensibilisieren, den Druck der Bürger:innen auf die Politik aufrechtzuerhalten oder zu verstärken und den Zusammenhalt sowie die Handlungsfähigkeit der Bewegung als Ganzes zu stärken.

Abgesehen von diesen stark mediatisierten Momenten des öffentlichen Engagements ist auch die tägliche Arbeit – oft ehrenamtlich – von Tausenden von Menschen in diesen 200 Organisationen von entscheidender Bedeutung. Rekrutierung, Kommunikation, Dialog, Betreuung usw. – die Arbeit für den Wandel findet tagtäglich auf der Strasse, zu Hause, in Büros und Sitzungen statt. Gemeinsam bilden wir eine Massenbewegung.

Allen, die sich fragen, was aus der Klimabewegung geworden ist, oder die glauben, sie sei «auf der Suche nach neuem Schwung», möchten wir daher antworten: Wir waren immer da, und wir werden niemals aufgeben, solange die soziale und die Klimagerechtigkeit nicht Realität geworden sind.

Was act now! betrifft, so haben wir nach den medialen Erfolgen unserer Kampagne «Renovate Switzerland» 2022 und 2023 daran gearbeitet, eine Organisation aufzubauen, die über einzelne, Aufsehen erregende Aktionen hinaus dauerhaft besteht und ein politisches Projekt langfristig vertritt. Trotz der offensichtlichen Schwierigkeiten in den letzten Jahren, unsere Botschaften zu vermitteln, sind wir mehr denn je entschlossen, weiterzumachen. Dieser Sommer hat uns auf traurige Weise gezeigt, dass die Warnungen, die wir seit Jahren – manchmal unter grossem Aufruhr – ausgesprochen haben, nicht übertrieben waren.

Unsere vor einem Jahr gestartete Kampagne «Öl tötet» zielt darauf ab, die Erdölindustrie mit ihrer Verantwortung zu konfrontieren. Nachdem sie jahrzehntelang ein Produkt gefördert, verkauft und verteidigt hat, das direkt für die Klimakatastrophe verantwortlich ist, ist es an der Zeit, sie zur Wahrheit zu zwingen und konkrete Massnahmen zur «Entgiftung» zu fordern.

Ab diesem Herbst werden wir die Kampagne weiter ausbauen, indem wir die bereits aufgenommenen Verhandlungen fortsetzen und den Druck auf die Erdöl-Lobby erhöhen, damit sie ihre Verantwortung für die anhaltende Katastrophe anerkennt.

Vielen Dank an alle, die dieses Wochenende so zahlreich auf die Strasse gegangen sind. Danke für die Freude, die Kraft und die Entschlossenheit. Mit dieser Energie werden wir unsere Mobilisierung in den kommenden Monaten noch verstärken.

Und versprochen: Ihr werdet bald davon hören.

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