Die Schweiz und das Erdöl: Die Geschichte einer Abhängigkeit

Erdöl macht immer noch 45% des Endenergieverbrauchs des Landes aus Erdöl macht immer noch 45% des Endenergieverbrauchs des Landes aus

Die Schweiz sieht sich selbst als Vorbild in Sachen Umwelt… doch hinter dem idyllischen Bild verbirgt sich eine erschreckende Realität: Erdöl bestimmt unseren Alltag massgeblich. Konsum, Verkehr, Heizung: Unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen ist fest in unserem Alltag verankert, verschärft die Klimakrise und macht uns von einer instabilen internationalen Lage abhängig. Wir brauchen dringend eine Erdöl-Entgiftung, eine Petro-Detox 

Heute macht Erdöl immer noch etwa 45% des Endenergieverbrauchs des Landes aus (Quelle: Bundesamt für Energie). Eine erhebliche Abhängigkeit, die mit dem Klimanotstand unvereinbar ist.

Eine tief in unserem Alltag verwurzelte Abhängigkeit.

Erdöl prägt nach wie vor massgeblich unsere Lebensweise und unseren Verbrauch:

  • An erster Stelle: der Verkehr. In der Schweiz gibt es über vier Millionen Benzin- und Dieselautos, was mehr als 80% des Fahrzeugbestands entspricht (Quelle: Bundesamt für Statistik). Unsere täglichen Fahrten werden überwiegend mit fossilen Brennstoffen bestritten.

  • Darauf folgt: die Heizung. Etwa ein Drittel der Wohnungen wird noch mit Heizöl beheizt (Quelle: Bundesamt für Energie). Wir sind also nach wie vor direkt vom Erdöl abhängig, um zu heizen.

Diese Zahlen sind nicht unbedeutend: Sie spiegeln eine tief verankerte strukturelle Abhängigkeit wider. Unsere Abhängigkeit vom Erdöl ist wie unsere Abhängigkeit vom Tabak: Wir wissen, dass sie schädlich ist, aber wir können einfach nicht darauf verzichten.

Zu langsame Fortschritte im Angesicht des Klimanotstands

Seit den 2000er Jahren ist der Endverbrauch an Erdöl von etwa 11 auf 9 Mio. Mtoe gesunken, was einem Rückgang von ungefähr 20% entspricht; dieser Rückgang reicht jedoch bei weitem nicht aus:

  • Die Zahl der Benzin- und Dieselfahrzeuge stieg um etwa 15% von 3,5 auf über 4,1 Millionen (Quelle: Bundesamt für Statistik).

  • Die Ölheizung verliert an Bedeutung, doch zu langsam, um den Trend wirklich umzukehren (Quelle: Bundesamt für Energie).

Eine gefährliche Abhängigkeit von Erdölimporten

Die Schweiz fördert kein Erdöl. Sie ist bei ihrer Versorgung vollständig vom Ausland abhängig, vor allem von der Europäischen Union, den Vereinigten Staaten und Nigeria (Quelle: Bundesamt für Energie).

Diese Situation ist nicht nur für das Klima problematisch, sondern birgt auch wirtschaftliche und geopolitische Risiken. Internationale Krisen zeigen: Wer vom Erdöl abhängig ist, setzt sich Preiserhöhungen, Lieferengpässen und ständiger Instabilität aus.

Aus all diesen Gründen fordern wir die Erdölhändler in der Schweiz auf, an den Zapfsäulen einen gut sichtbaren Klimawarnhinweis anzubringen, der sich an den Anti-Tabak-Kampagnen orientiert. Denn uns vom Erdöl zu befreien bedeutet, uns aus einer schädlichen Abhängigkeit zu befreien! 

Vom 30. April bis zum 16. Mai organisieren wir eine Aktionsreihe, um den Druck auf die Erdölindustrie zu erhöhen und unsere Forderung durchzusetzen. Ob hinter den Kulissen oder auf der Strasse: Melde dich an und mach mit!

Jetzt anmelden

Top-News

News abonnieren

Verpasse keine unserer Aktionen und Anlässe!