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Medienmitteilung von act now! | Donnerstag 15. Januar 2026 – 16.30 Uhr

Aktivist:innen von act now! vor dem Eingang des Sitzes von Socar in Zürich am 15. Januar - credits: act now!

Besetzung des Hauptsitzes von Socar in Zürich wegen Warnungen – wie bei Zigaretten – auf Zapfsäulen.

Am Donnerstag, dem 15. Januar um 14h30  führten 6 Aktivist:innen der Bewegung act now! eine gewaltfreie Aktion am Hauptsitz des Erdölkonzerns Socar in Zürich durch. 

Es handelt sich um die dritte Aktion dieser Art nach der Besetzung der Geschäftsräume von Tamoil in Genf und von Avia in Lausanne. Wie schon bei den vorherigen Aktionen ging es auch diesmal darum, das Unternehmen dazu zu bringen, auf mehrere Versuche, einen Dialog zu starten, zu reagieren. Die Aktivist:innen fordern, dass auf den Zapfsäulen Warnungen angebracht werden, wie es auf Zigarettenpackungen der Fall ist. Derzeit laufen Verhandlungen mit drei Unternehmen, und für dieses Frühjahr ist eine Aktionswelle geplant, um Druck auf diejenigen auszuüben, die auf die Anfragen nicht reagiert haben.

Zitat von Nils, 33 Jahre alt: «In den 70ern hat Exxon Mobile Pionierarbeit in der Erforschung des Klimawandels geleistet. Kurz darauf startete das Unternehmen eine PR-Kampagne und erfand dafür den Ökologischen Fussabdruck. Und schaffte es damit, seine Verantwortung auf die Konsument:innen abzuschieben und entpolitisierte die gesamte Debatte. Die Öl-Industrie nimmt die Verantwortung, die mit ihrer übermächtigen Position in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft einher geht, nicht wahr. Sie ist weder bereit, mit uns darüber zu reden, noch auf ihr zerstörerisches Geschäft hinzuweisen. Das akzeptiere ich nicht, deswegen nehme ich heute an der Aktion teil.»

Zitat von Jean-Pierre, 72 Jahre alt: «Wir sind für unsere Energieversorgung und Mobilität vom Erdöl abhängig. Sein Verbrauch tötet jedes Jahr Millionen Menschen weltweit. Die Schweizer Erdölhändler kommen unserer Forderung, einen Aufkleber anzubringen, der die Verbraucher:innen vor dieser Gefahr warnt, nicht nach. Ich mache mich auf den Weg, um sie um eine Antwort zu bitten.»

Die Aktivist:innen kamen um 14 Uhr 30 am Empfang des Unternehmens an. Zwei Personen versuchten mit den Verantwortlichen des Unternehmens Kontakt aufzunehmen und baten um einen Gesprächstermin. Nach dem gescheiterten Versuch mit Socar in Kontakt zu treten, entrollten sie ein Banner mit dem Namen der Kampagne «Öl tötet», lösten einen Alarm aus und hielten eine Rede über den Grund ihrer Anwesenheit. Zwölf Polizisten trafen innerhalb von weniger als 10 Minuten ein und führten eine Durchsuchung, eine Identitätskontrolle und eine kurze Befragung durch. 

Informationen über Benzin wie über Zigaretten

Die im September 2025 gestartete Kampagne Öl tötet der Bewegung act now! will das Bewusstsein unserer Gesellschaft für ihre lebensgefährliche Abhängigkeit vom Erdöl und die Möglichkeiten, sich davon zu befreien, schärfen.

act now! fordert von der Erdölindustrie einen ehrlichen Akt, indem sie endlich beginnt, die Wahrheit über die lebensbedrohlichen Folgen ihrer Tätigkeit zu sagen. 

Wie auf Zigarettenpackungen: An den Zapfsäulen sollten warnende und sachliche Hinweise angebracht werden, um die Verbraucher:innen über die Gefahren von Erdöl für das Klima und die öffentliche Gesundheit zu informieren. Eine einfache, logische und symbolische Massnahme, eine aufrichtige und verantwortungsbewusste Handlung, die im Jahr 2026 eigentlich gar nicht mehr diskutiert werden sollte.

Verhandlungen mit einigen Unternehmen aufgenommen 

Die meisten Unternehmen haben auf die Forderung der Aktivist:innen nicht reagiert. Andere haben den Dialog abgelehnt, Coop Pronto sieht in der Forderung keinen «Mehrwert» für seine Tankstellen, und Shell behauptet der Klimawandel sei der Öffentlichkeit bekannt und argumentiert das Unternehmen investiere bereits in synthetische Treibstoffe und Ladestationen für Elektroautos. Dennoch konnte mit einigen Unternehmen ein Dialog geführt werden. Mit Migrol fand Anfang Dezember 2025 ein Gespräch statt, Agrola und Volenergy, haben ein Treffen in den kommenden Wochen vorgeschlagen.

Eine Aktionsreihe, um diesen Frühling Druck auszuüben

Angesichts der Untätigkeit und des Schweigens der verantwortlichen Unternehmen wird act now! diesen Frühling eine beispiellose Aktionsreihe starten. In der ganzen Schweiz finden kreative und sichtbare Versammlungen, gezielte und wirkungsvolle Aktionen statt, die in den sozialen Netzwerken präsent sein werden. Ziel ist es, die Sichtbarkeit und Wirkung der Kampagne zu erhöhen, um Druck auf die Erdölindustrie auszuüben, damit sie sich an den Verhandlungstisch setzt.

act now! in Kürze

Bei act now! vereinen sich Menschen jeden Alters und mit unterschiedlichem sozialen Umfeld im Aktivismus. Gemeinsam arbeiten sie am sozialen Wandel, um das Leben der heutigen und zukünftigen Generationen zu sichern. Sie entwickeln ihre individuelle und kollektive Handlungskraft. Durch ihr Engagement schaffen siewir Räume, die es vielen Menschen ermöglichen, sich auszudrücken, Freude zu erleben und sich zu engagieren – und das vor dem Hintergrund der aktuellen Klimakrise. act now! wurde von der Arbeit Dutzender Autor:innen, Aktivist:innen und Forscher:innen inspiriert. Diese Grundlagen haben sie dazu inspiriert, eine professionelle und in der Schweiz einzigartige Bewegung für die Bevölkerung zu schaffen.

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