Treffen mit der Erdöl-Lobby – Pikante Details und unsere Erfolge

Donnerstag, 16. Juli 2026

Für Hintergrundinformation zu diesem Treffen, kann man den am 13. Juli 2026 veröffentlichten Artikel lesen. 

💭 Stellt euch vor…

 François und Laura werden von zwei Polizisten in Zivil vom Hauptsitz von Avenergy zum Hotel Adler begleitet, wo das Treffen stattfinden soll. Ein junger Sicherheitsmitarbeiter begleitet sie vom Hoteleingang bis zum Besprechungsraum, der mit einer schweren, schalldichten Tür ausgestattet ist.

In dieser Art fensterlosem Bunker warten die beiden Vertreter von Avenergy, Herr Fantino, der Geschäftsführer, und Herr Bamert, sein Leiter für Kommunikation. Aus Sicherheitsgründen wurden die Büros der Zentrale für diesen Vormittag geschlossen.

Als Erstes erklärt Herr Fantino, dass das Gespräch „höchstens 30 Minuten“ dauern werde, und fragt, ob ihm tatsächlich ein Brief mit Unterschriften ausgehändigt werden solle. Nachdem dies erledigt ist, antwortet er, dass sie „das nicht tun werden“ [Anm. d. Red.: Klima-Warnhinweise an allen Benzin-Zapfsäulen anbringen], und argumentiert, dass die Mineralölbranche in der Schweiz dank sehr konkreter Massnahmen wie CO₂-Kompensationen und der Entwicklung alternativer Kraftstoffe den grössten Beitrag zum Kampf gegen die globale Erwärmung leistet.

Laura schlägt daraufhin vor, dass sich zu erst einmal alle vorstellen, was die Atmosphäre auflockert. Denn bevor das Gespräch überhaupt richtig angefangen hatte, hielt Herr Fantino mit Zeigefinger sein Smartphone vor, um einen Beitrag auf dem Instagram-Account von act now! zu kritisieren. Er wünscht sich, dass wir in Zukunft vermeiden, ausschliesslich negativ über sie zu berichten, sondern auch aufzeigen, was die Branche für den Klimaschutz Gutes leistet.

Der weitere Verlauf des Gesprächs findet in einer Atmosphäre des gegenseitigen Zuhörens und Respekts statt. Die Vertreter von Avenergy zeigen eine PowerPoint-Präsentation, in der dargelegt wird, was der Dachverband Positives für das Klima leistet. Statt der geplanten 30 Minuten dauert das Treffen schliesslich 1 Stunde und 15 Minuten. Ein Zeichen dafür, dass François und Laura scharfsinnige und hartnäckige Gesprächspartner:innen sind? Denn während Herr Fantino und Herr Bamert ihrerseits fast das gesamte Argumentarium der Klimaobstruktion durchgehen, entkräften François und Laura diese Argumente, indem sie auf unsere einfache und sachliche Forderung verweisen. Sie machen deutlich, dass es sich hierbei nicht um eine ideologische Frage handelt, sondern um eine auf wissenschaftlichen Fakten beruhende Forderung.

Am Ende der Diskussion bedanken sich die Gesprächspartner:innen gegenseitig. Olivier Fantino verspricht, den Antrag bei der nächsten Mitgliederversammlung von Avenergy erneut vorzulegen.

🤔 Warum ist dieses Treffen ein echter Erfolg?

🏆 Das Treffen wurde möglich dank all jener Menschen, die sich in diesem Frühjahr mobilisiert haben, um an den Aktionen teilzunehmen, den offenen Brief zu unterzeichnen und bei der Organisation und Koordination der Kampagne mitzuhelfen. Ein Beweis dafür, dass das Engagement, die Strategie und die im Rahmen der Kampagne angewandten Taktiken funktioniert haben!

🏆 Eine Stunde und 15 Minuten lang konnten zwei Klimaaktivist:innen zwei der mächtigsten und einflussreichsten Personen der Klimablockade in der Schweiz direkt zur Rede stellen. François und Laura haben sie mit der wissenschaftlich belegten Wahrheit und ihren eigenen Widersprüchen konfrontiert. Avenergy ist der Meinung, dass Klimawarnungen an den Zapfsäulen nichts bringen, möchte sie aber dennoch nicht anbringen, da das Unternehmen befürchtet, dass die Aufkleber den Verkauf seiner Produkte beeinträchtigen könnten. Nun gut. In diesem Sinne stellt die Forderung tatsächlich ein perfektes Dilemma dar.

🏆 Die Diskussion fand auf Augenhöhe statt, beide Seiten haben einander zugehört und sind respektvoll miteinander umgegangen. François und Laura zeigten unsere verantwortungsvolle, strukturierte, gut vorbereitete, vertrauenswürdige und unerschütterliche Vorgehensweise.

🎯All diese Erfolge bringen uns unserem Ziel näher: eine Lücke in die Klimablockade zu reissen, das Problem zu dramatisieren und einen symbolischen Sieg mit einer Forderung zu erringen, die es der Öl-Lobby ermöglichen würde, sich aus der tödlichen Falle zu befreien, in die sie sich selbst manövriert hat.

Vielen Dank an alle, die in den letzten Monaten direkt oder indirekt an der Kampagne mitgewirkt haben und so dieses Treffen ermöglichten. Aber das ist erst der Anfang! Die gewonnenen Erkenntnisse ermöglichen es uns, die Strategie für den weiteren Verlauf der Kampagne zu entwickeln. Wir melden uns Ende des Sommers mit neuen Informationen wieder bei euch. 😎

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